Der Beruf

Was ist ein Bildredakteur?

Nein, nicht der Redakteur bei der Bildzeitung – diese Vermutung hat viele Bildredakteure jahrelang verfolgt.

Die Berufsbezeichnung Bildredakteur oder auch Artbuyer bezeichnet in erster Linie einen Redakteur, also jemanden, dessen Aufgabe die Recherche ist.

Um oben genanntem Missverständnis vorzubeugen wird auch gerne und immer häufiger der Begriff Fotoredakteur verwendet. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wird der Bildredakteur in den folgenden Zeilen als Fotoredakteur bezeichnet.

Fotoredakteure sind für die Bebilderung verschiedener Publikationen zuständig. Ihre Einsatzgebiete sind vielfältig. Am bekanntesten ist wohl ihr Einsatz in Redaktionen, Buchverlagen oder als Artbuyer in Werbeagenturen. Ein Fotoredakteur ist aber in allen Tätigkeitsbereichen sinnvoll, die mit der Veröffentlichung von Bildern zu tun haben. So entdecken auch immer mehr Unternehmen Fotoredakteure als Unterstützer, wenn es um die Bebilderung verschiedener Marketing-Aktionen, Kundenmagazinen oder großer Webseiten geht.

Ein gutes Bild entscheidet darüber, ob ein Artikel gelesen wird oder eine Anzeige wahrgenommen wird. Die Herausforderung an den Fotoredakteur besteht darin, die Kernaussage eines Textes visuell umzusetzen. Meist wird in  Zusammenarbeit mit dem schreibenden Redakteur oder Texter und dem Grafiker eine erste Idee entwickelt. Zur Umsetzung hat ein Fotoredakteur verschiedenste Wege zur Verfügung.  Durch die Recherche in verschiedenen Archiven und Bildagenturen, durch die Organisation eines Fotoshootings oder auch durch die Beauftragung eines Karikaturisten oder Illustrators. Gerade im redaktionellen Bereich braucht ein Fotoredakteur einen guten Riecher für Geschichten. Denn nicht immer kommt zuerst der Text. Manchmal sind es auch gute Bilder, die die Redaktion zu einem Artikel inspirieren.

Ein weiterer  und nicht unerheblicher Teil des Berufs sind fundierte rechtliche Kenntnisse. Ein Fotoredakteur weiß um  die rechtliche Situation und klärt ggf. Urheber- u.a. rechtliche Fragen, bevor das Bild in Druck geht.

Last but not least gehört auch ein großes kaufmännisches Geschick dazu. Um vorgegebene Budgets einzuhalten oder auch eine Kalkulation des  Bildbudgets machen zu können, braucht man sowohl gute Kenntnisse der Preise als auch ein gutes Gespür dafür, wann sich eine größere Ausgabe lohnt und wo man auf günstigeres Material zurückgreifen kann. Das Verhandeln und Abrechnen  von Bildhonoraren gehört  genauso zu diesem Beruf wie das Archivieren publizierter Bilder.

All diese Tätigkeiten werden zum Großteil vor dem Rechner ausgeführt, was einen versierten Umgang mit diversen Computerprogrammen voraussetzt.

Die Kombination von Kreativität mit kaufmännischem und rechtlichem Denken macht diesen Beruf zu einer spannenden und anspruchsvollen Aufgabe, für die man eine große Portion Leidenschaft mitbringen sollte.

Lange Zeit wurde der Beruf des Bildredakteurs / Fotoredakteurs nur von Quereinsteigern ausgeübt. Inzwischen haben sich aber schon erste Ausbildungswege entwickelt.

Hier einige Links zu uns bekannten Ausbildungsmöglichkeiten:

www.ostkreuzschule.de
www.maz.ch

Die IHK bietet eine Ausbildung zu Fachangestellten für Medien und Informationsdienste an.

Literatur zum Thema:

Monika Bergmann: Die Bilderjagd: Beruf des Bildredakteurs, PIAG 2006, ISBN 3-921864-50-X

Françoise Kuntz und Kai Holland: Bildrecherche für Film und Fotografie, ISBN-13 978-3896695543

Weitere Links zum Profil des Bildredakteurs: